Musikgeschichten Nr.14

Also das ist mir nun doch seit Jahren nicht mehr passiert!
Als ich letzthin wieder mal in einem Brockenhaus am stöbern war, kaufte ich mir für 90 Rappen (!) eine CD von Taj Mahal.
Ich muss gestehen, dass trotz meiner zeitweiligen Hingabe zum Blues noch kein einziges Album dieses Künstlers bei mir Regal stand.
Nun denn, ich also friedlich nach Hause in die gute Stube, meine geliebte Hi-Fi Anlage angeworfen, die Cd eingelegt und in Position gesessen.
Und dann dies: von der ersten Sekunde war ich gefesselt; dieser Sound, die Stimme, die Produktion – der Wahnsinn! Roher Blues, verpackt in spannende, unheimlich groovende Songs, ohne ausufernde Solis, einfach nur schweinegut und straight to the heart. Vom ersten bis zum letzten Stück – immerhin glatte 40 Minuten – habe ich auf meinem Stuhl keinen Wank gemacht, nein, stimmt nicht ganz, mein Kopf konnte nicht stillhalten. Ich genoss jede Minute dieser wunderbaren Aufnahme.
Dann erst schaute ich mir die Angaben auf der Cd etwas genauer an. Taj Mahal, das war mal klar, „The Natch’L Blues“ heisst das Album, aufgenommen 1968 mit einer Handvoll ausgelesener Musiker.
Für mich definitiv eine Offenbarung, fernab von den heutigen Blues-Scheiben, und mit Sicherheit eine der besten Alben, die ich jemals gehört habe, und nichts weniger!

Ah ja, als Info für Interessierte, abgespielt habe ich die CD über einen NAD Cd Player, DAP Proceeder, Röhren-Vollverstärker Rolf Sigrist – Sound Design und ESS Speakers aus den 80er Jahren (https://www.hifiengine.com/manual_library/ess/monitor.shtml)

Musikgeschichten Nr.13

Ich denke, es ist wieder mal an der Zeit, auf die Vorlieben meiner Musiksammlung einzugehen.
Die Ostertage waren besonders geeignet, auf dem Sofa herumzulümmeln und sich mit Musik die Zeit zu vertreiben. Eine der Platten, die mir in die Hände kam, war „Big Bad Luv“ von John Moreland aus dem Jahre 2017. Moreland ist ein typischer Vertreter der jüngeren American Singer/Songwriter Fraktion. Elemente aus Folk, Country und Rock finden zu einer feinen Mischung zusammen. Viel Gitarre, elektrisch wie akustisch, Bass, Organ, drums, alles ohne Schnickschnack.
Auf seinem aktuellen Werk lehnt sich der Song „Amen, so bet it“ an die farbige Instrumentierung von Tom Petty & The Heartbreakers an. Und auf „No Glory In Regret“, ein weiteres Stück auf dieser LP, arrangiert nur für akustische Gitarre und Gesang, erinnert die Stimme von Moreland angenehm an die ruhigeren Momente bei Bruce Springsteen.
John Moreland ist eine imposante Erscheinung, führt aber eine äusserst feine Klinge. Waren seine früheren Alben noch etwas rockiger, pflegt er heute eher einen sparsamen, akustisch geprägten Sound. Er selbst bezeichnet sich als ‚Songwriter’s Songwriter‘.
Und er ist ein weiterer lebender Beweis dafür, dass neben all dem langweiligen musikalischen Mainstream, der da tagtäglich aus dem Radio sickert, nachwievor viel Gutes auf dem Musikmarkt erscheint. Mein Tipp: Man nehme sich eine handvoll Zeit, gehe in ein Musikgeschäft (ja, es gibt sie noch) und lasse sich wie früher beraten. Und es funktioniert! (nein, nicht wie bei Fust, dort funktioniert nämlich gar nichts….).
Viel Spass beim entdecken 🙂

Musikgeschichten Nr.12

Ich schätze nicht nur den guten Ton an Instrumenten, ich bin auch ein Freund des guten Klangs beim Anhören von Lp’s und CD’s (für diejenigen, die das nicht mehr kennen: Vinyl-Langspielplatten und CompactDisc….) 🙂
Was mich immer schon fasziniert hat, sind Kopfhörer, die es fertigbringen, die Musik wie in einem realen akkustischen Raum erklingen zu lassen. So, dass man das Gefühl bekommt, „mitten drin“ zu sitzen.
Über die Jahre habe ich immer wieder Kopfhörer ausprobiert und gemerkt, dass es nicht so viele Modelle gibt, die mir dieses räumliche Gefühl geben. Mit dem B&O H6 kam ich erstmals sehr Nahe an meine Vorstellungen eines „rund“ klingenden Kopfhörers. Er war mir lange Zeit ein guter Begleiter.
Und dann geschah es, dass bei einem Besuch im Geschäft meines Vertrauens (für diejenigen, die das nicht mehr kennen: Ein Laden, mit realem Verkäufer und mit richtiger Beratung…..), mir das aktuelle Modell von Sennheiser HD 800 S vorgestellt wurde. Der Klang war unglaublich; klar und differenziert bis in die tiefsten Ecken, brillante Höhen, warme Bässe……
Und wie das so ist im Geschäft deines Vetrauens, du darfst den Artikel auch zu Hause in aller Ruhe ausprobieren (ja, ich weiss, das kann man bei Zalando auch…..).
Nun, das tat ich natürlich gleich ausführlich. Ich brauchte aber eine gewisse Zeit, bis ich die Unterschiede vom B&O zum Sennheiser wirklich bewusst wahrnahm. Die Unterschiede der einzelnen Modelle auf diesem Level sind nicht mehr so riesig.
Was mir ziemlich bald auffiel, war, dass die Verteilung der einzelnen Instrumente noch mehr ins Detail ging, das Räumliche Erlebnis somit noch deutlicher zu spüren war. Da Klang der Bass hinten rechts, die Gitarren eher hinten links, der Gesang schön in der Mitte, die restlichen Instrumente schön süüferli im Raum verteilt – grossartig. Nur die Höhen waren mir Anfangs etwas zu brillant, aber da half ein kleines Nachjustieren am Treble-Knopf (für diejenigen, die das nicht mehr kennen: Treble ist eine Einstellmöglichkeit der Höhen an einer Stereoanlage….für diejenigen die auch das nicht mehr kennen – ach, das führt jetzt zu weit…..).
Und was ich auch feststellen konnte: mit Kopfhörer sollte man nicht mit zu hoher Lautstärke Musik hören. Erstens bekommt man einen sturmen Kopf nach einer Weile, zweitens ist es effektiv gar nicht von Nöten. Und was ich ebenso lernte, ist, dass das Empfinden des Musikerlebnisses absolut subjektiv ist. Da kannst du tausend Testberichte, Forum-Beiträge und Kommentare lesen, den bleibenden Eindruck kriegst du nur, wenn du selbst die Ohren unter so ein Teil klemmst.
A propos klemmen; das Tragen des Sennheiser und des B&O ist alleine schon ein Vergnügen, federleicht, sag ich da nur!
So, ich setz mir nun wieder meinen Sennheiser auf und bin dann mal weg 🙂

Gitarrengeschichten Nr.7

Nachdem in letzter Zeit die Gitarre neben Tee und sonstigen Geschichten etwas gar kurz gekommen ist, wende ich mich nun wieder einmal diesem wunderbaren Instrument zu.
Kürzlich fragte ein junger Schüler beim Anblick all der Gitarren im Sound am Albis, wieso ich denn so viele Gitarren bräuchte.
Ich antwortete ihm, von brauchen könne keine Rede sein, es mache vielmehr einfach Spass, für all die verschiedenen Musikstile eine passende Gitarre in die Hand zu nehmen und deren Klang zu geniessen. Zudem sei das Gitarrespielen mein Beruf, und da gönne man sich gerne die eine oder andere Aufmerksamkeit.
Und eben diese Aufmerksamkeit richtete ich Ende des vergangenen Jahres nach Zürich Wiedikon. Dort baut nämlich in einem kleinen Atelier seit geraumer Zeit ein Gitarrenbauer Namens Roger Landis wunderschöne Instrumente. (www.rogerlandis.com)
Nachdem ich mit dem Guitar-Talk von Sound am Albis bei Roger Landis zu Besuch war, entschied ich mich, nach langen Jahren wieder eine Gitarre für mich bauen zu lassen. Und diesmal sollte es eine akustische (auch Western- oder Folk-Gitarre genannt) sein.
Ich diskutierte mit Roger über Form, Hölzer, Klangvorstellung, Finanzierung und vieles mehr und Anfangs Dezember begann er mit dem Bau der Gitarre. Es wird insgesamt ein Jahr dauern, bis das Instrument fertig ist – Handarbeit bedeutet auch Geduld.
Ich kann mich nun also jeden Tag aufs neue freuen, dass irgendwann Ende dieses Jahres ein neues Instrument im Sound am Albis steht, und ich auf die Frage, ob dass denn unbedingt nötig sei, mit einem Lächeln antworte: Nötig? Auf keinen Fall – aber es macht unheimlich Spass 🙂

Musikgeschichten Nr.11

Feinjustierung. Ein kleines Wort mit grosser Wirkung.
Nehmen wir zur genaueren Erklärung das Beispiel einer Band, am besten die Gruppe „Gadjolinos“, da kann ich als Mitstreiter gleich aus erster Hand berichten.
Diese Band erarbeitet sich nun zu Beginn ihres Bestehens über mehrere Monate ein Programm. In erster Linie werden die ausgewählten Stücke/Songs geprobt, in der Folge ergibt sich einen stattliche Anzahl davon und man geht daran, erste Auftritte zu organisieren. Mit dem eingeübten, noch frischen Programm, nennen wir es mal Programm im Rohzustand, spielt man ein erstes Konzert im kleinen Rahmen. Auf diese Weise zeigt sich vor Publikum, was noch geändert werden muss und was es alles zu optimieren gilt. Wichtige Punkte wie die Kommunikation mit dem Publikum, saubere Anfänge und Schlüsse der einzelnen Stücke, Soundabstimmungen etc.etc. All das braucht einiges an Gespür und Feinjustierung und funktioniert nicht von heute auf morgen. Aus Erfahrung sind da gut und gerne fünf bis zehn Auftritte nötig, bis die Mechanismen greifen und die Band kompakt daherkommt.
So fein diese Justierungen auch zu sein scheinen, es bedingt viel Kleinstarbeit und ist bei jeder Probe fester Bestandteil.
Und genauso ist auch jedes weitere Konzert für uns „Gadjolinos“ eine Gelegenheit zur Feinjustierung, auf das die Band von Auftritt zu Auftritt wachsen kann und auf diesem Wege zu einer gutgeölten, attraktiven Grösse in der hiesigen Gypsy-Jazz Szene werde kann.
Wie sagt man doch so schön: Gut Ding will Weile haben.
Stimmt genau.

Alltagsgeschichten Nr.16

Auf die bestürzte Frage meines Gegenübers, was in aller Herrgottsnamen ich denn überhaupt noch zu mir nehmen würde, wenn schon keinen Kaffee, keinen Wein, kein Bier, keine Zigaretten und auch sonst nichts halluzinogenes, antwortete ich mit „Tee“ – das gab ihm den Rest. Geschieht übrigens öfter als man denkt. Die gerade erst begonnene Unterhaltung kommt dann jeweils arg ins Stocken und versandet quasi im staubtrockenen Untergrund des Unverständnisses.
Aber bitte, so schlimm kann das nun auch nicht zu verstehen sein, schliesslich haben bereits die Kaiser im alten China Tee getrunken; und das schon vor einigen tausend Jahren. Natürlich nicht in Beuteln, gottseidank, was ich im übrigen auch nicht tue, nicht mal wenn ich krank bin. Aber einen Aufguss mit frischen Teeblättern, manche so gross wie ein Daumen, lasse ich mir gerne gefallen. Womit auch schon die Frage geklärt ist, was Tee in einem Gitarrenblog zu suchen hat; ich Gitarre und ich Tee. So einfach.
Für alle die davon ausgehen, dass mit Kamillen und Pfefferminztee bereits alles gesagt ist, nur so viel: All das spannende Gerede über Bouquet, Nase, Torf, Süd oder Nordhang, welches wir von Wein oder Whiskey kennen, gibt es auch beim Tee. Lest nur mal einen Beschreib einer seltenen Pflückung auf der Homepage des Teeladens Shui Tang in Zürich und ihr ahnt wie gross die Welt des Tees sein kann.
Tjah, und so trinke ich also regelmässig mein Tässchen heisses Wasser, rieche an den aufgegossenen Blätter, erfreue mich an den verschiedenen Farben der Aufgüsse und rätsle, wie um alles in der Welt ein derart unscheinbares Kraut so vielseitig schmecken kann.
Wer nun ein bischen gwunderig geworden ist, der sollte sich mal auf einen Besuch in eben jenen Teeladen an der Spiegelgasse im Zürcher Niederdorf begeben und mit etwas Glück und Geduld am Teetisch der Inhaberin Meng Lin Chou eine Tasse Tee trinken und einfach mal zuhören, was es alles über dieses Getränk zu erfahren gibt. Und keine Angst, man muss weder thaiwanesisch noch chinesisch können 🙂

Gitarrengeschichten Nr.6

Kürzlich habe ich von einem Freund folgenden Artikel aus dem Tages Anzeiger zugesandt bekommen:

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IST DIE GITARRE AM ENDE?

Ein halbes Jahrhundert lang beherrschte sie mit zarten Zupftönen und infernalischem Brüllen die populäre Musik. Doch jetzt schreiben die grossen Gitarrenfirmen rote Zahlen.

In Nashville, im amerikanischen Bundesstaat Tennessee, wurde gerade eine elektrische Gitarre verkauft, die nie einem prominenten Musiker gehört hat und trotzdem sehr teuer ist: eine Gibson Les Paul aus dem Jahr 1958 in der Farbe «Cherry Sunburst», also einer Lackierung, die von einem hellen Gelb zu einem dunklen Rot changiert. Mehr als 600’000 Dollar bezahlte ein Gitarrengeschäft dafür. Ein paar Tage später erschien in der «Washington Post» ein Artikel des Kulturjournalisten Geoff Edgers, der seitdem nicht nur die Musikbranche, sondern auch zahllose Hobbymusiker beschäftigt: «Der langsame, geheime Tod der elektrischen Gitarre» lautet der Titel der Reportage. Beide Ereignisse gehören zusammen.

Mehr als ein halbes Jahrhundert war die Gitarre das beherrschende Instrument der populären Musik, und sie war es vor allem in ihrer elektrischen Gestalt: leicht zu tragen, als Rhythmus- wie als Melodie-Instrument einsetzbar, mit einem breiten Klangregister, das von zarten Zupftönen bis zu infernalischem Brüllen reicht. Und man muss nur den Lautstärkeregler aufdrehen, um Hallen zum Beben zu bringen. So ausgerüstet, brachte die Gitarre die Identifikationsgestalt der populären Musik schlechthin hervor: den heroischen Virtuosen vor einer Wand von Lautsprechern, wahlweise Gott (Eric Clapton) oder Teufel (Slash), der Millionen Nachahmer fand. Manche von ihnen wurden Luftgitarristen, viele kauften Gitarren.

In den USA ist der Verkauf von elektrischen Gitarren von etwa 1,5 Millionen Stück pro Jahr (2007) auf etwas mehr als eine Million Exemplare gesunken. Das Guitar Center in Los Angeles, der grösste amerikanische Musikalienhändler, hat 1,6 Milliarden Dollar Schulden. Die Firma Gibson schreibt rote Zahlen, nachdem sie im Jahr 2014 dem niederländischen Konzern Philips die Sparte Unterhaltungselektronik abgekauft hatte, um zum Lifestyle-Unternehmen zu werden: zu einem Unternehmen wie Nike, wie der Geschäftsführer sagt. Dem schärfsten Konkurrenten Fender geht es nicht viel besser.

Der Gitarrenheld, die verkaufsfördernde Massnahme schlechthin, ist ihnen abhandengekommen. Im Jahr 2010 wurden, zum ersten Mal seit Jahrzehnten, in den USA wieder mehr akustische als elektrische Gitarren verkauft. So wie es kaum neue Gitarrenbands mehr gibt, entstehen auch keine neuen Gitarrengötter mehr.

Jüngere Menschen hören andere Musik. Ein Grossteil stammt aus dem Computer. Unterdessen drehen die alten Gitarrengötter, so sie noch leben, weiter ihre Runden, zum Vergnügen eines Publikums, das mit ihnen altert. Als sie in gut bezahlte Berufe vorstiessen, kauften sie sich die Gitarren, die sie sich in ihrer Jugend nicht hatten leisten können. Jetzt verkleinern sie ihre Sammlungen, wenn sie diese nicht gar auflösen.

«Zweifellos ist bei Gitarren eine Sättigung des Markts zu erwarten», sagt der Geschäftsführer des Musikhauses Thomann im oberfränkischen Burgebrach, des grössten Musikalienhändlers der Welt. Für Deutschland könne er aber noch keinen Niedergang erkennen. Vielleicht ändern sich die Vorlieben auch wieder. «Gitarrenbands sind jetzt tot», bekamen die Beatles gesagt, nachdem sie im Januar 1962 vergeblich bei der Plattenfirma Decca vorgespielt hatten.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
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Tjah, was soll man dazu sagen……Das Jammern der Grossen Gitarrenhersteller?
Es dürfte doch wohl langsam auch dem Allerletzten bekannt sein, dass Wachstum nicht ewig dauern kann, auch nicht in der Musikbranche.
Nach den wirklich fetten 70er bis 00er Jahren, scheint nun der Zenit erreicht. Doch anstatt sich mit dem Zustand des Wandels zu befassen und sich neu zu orientieren, rufen alle lauthals von der grossen Krise im Musikbusiness. Klar, die Branche hat sich gewandelt, zahlreiche kleinere Geschäfte müssen schliessen; aber das liegt primär am veränderten Kaufverhalten der Konsumenten – siehe online-Handel etc. Doch so läufts nun mal und lamentieren nützt da wenig. Viel mehr wäre Innovation gefragt, auch ein Umdenken der kleineren Betriebe, zurück zu Kundennähe und profesioneller Beratung, eventuell mit einem verkleinerten Sortiment.
Aber wenn nun grosse Firmen wie Gibson und Fender dummerweise das Gefühl haben, sie müssten sich zu Lifestyle-Unternehmen wie zum Beispiel Nike gebahren, anstatt sich auf ihre Grundwerte zu besinnen, so hält sich mein Mitgefühl doch in sehr engen Grenzen. Und genau diese Firmen sind es zurzeit, die am lautesten Klagen.
Lassen wir uns also nicht die Freude am Gitarrenspielen vergraulen, weil sich ein paar Besserwisser in der Gitarrenherstellerbranche ziemlich verlaufen haben, und fröhnen weiterhin unserem liebsten Hobby, dem Gitarre spielen.

Musikgeschichten Nr.10

In den 70ern sorgten im Dunstkreis der Eagles und Crosby,Stills,Nash and Young, eine Reihe weiterer Bands mit ihrem unverwechselbaren mehrstimmigen Gesang, für einen ganz eigenen Sound, der sich am ehesten mit Folk/Country-Rock beschreiben lässt.
Noch heute bin ich immer wieder hin und weg, wenn ich diese wunderbaren Gesangsharmonien höre, die in dieser Art und Weise nur die Amerikaner hingekriegt haben.
Eine Band aus jener Ära kam mir letzthin auf den Plattenteller und zog mich erneut in ihren Bann. Firefall, eine Gruppe zusammengesetzt aus ehemaligen Mitmusikern der Byrds und Stephen Stills Manassas.
Ihr gleichnamiges Album „Firefall“ aus dem Jahre 1976 enthält zwei Song, die gesanglich unheimlich schön sind. „No way out“ und das göttliche „Cinderella“. Gefühlte zehntausend Mal habe ich mir die Songs bereits angehört und immer noch überkommt mich beim Anhören eine tiefe Zufriedenheit. So auch an jenem Morgen vor einigen Tagen, als ich nach einer gemütlichen Kanne Tee (genau, ihr erinnert euch, da komm ich noch darauf zurück…..) noch etwas Zeit hatte und mir eine halbe Stunde Musik gönnte. Und siehe da, so wie manchmal ein paar nette Worte guttun, kann auch schöne Musik zum Glück beitragen. In diesem Sinne ist Musik reine Glücksache – so oder so 🙂
Darum ein begeistertes Hoch und Hallelujah auf all die wunderbaren Bands wie Eagles, Crosby Stills,Nash and Young, Little River Band, Atlanta Rhythm Section, Friefall, Little Feat und wie sie noch alle geheissen haben. Mögen sie in unseren Musikherzen ewig weiterleben.

Musikgeschichten Nr. 9

Man muss zuerst die Treppe hochsteigen, um in das Ladenlokal des Platten- und CD- Geschäfts zu gelangen. Die Einrichtung im ersten Stock des Gebäudes an der Ecke Langstrasse/Stauffacherstrasse, hat sich in den letzten dreissig Jahren nicht verändert, aber das tut nichts zur Sache. Entscheidend ist die Fülle des Angebots an guter Musik. Und die Beratung. Als ich letzthin nach längerer Zeit des Unterbruchs wieder einmal im Jamarico zu Besuch war, viel mir auf, wie viele neue Platten und CD’s auf dem Markt sind, von denen ich nicht mal den Namen der Künstler kannte. Allein die Abteilung News Pop/Rock umfasste an die zweihundert Alben! Hilfesuchend wandte ich mich an Woody Jacobs, seines Zeichens Besitzer des Ladens, und bat ihn um Rat. Woody Jacobs ist ein Unikum, wie sein Inventar hat auch er sich in den vergangenen Jahren kaum verändert. Vielleicht etwas gebückter in der Haltung, immer noch schüchtern, aber mit einem enormen Wissen über Musik. Er stellte mir eine Auswahl an Platten zusammen, die ich an der Soundbar durchhören konnte. Die Soundbar im Jamarico besteht aus mehreren Abspielgeräten, CD Player wie auch Plattenspieler, alle in Würde gealtert, aber immer noch funktionstüchtig. Man mag mich einen Nostalgiker nennen, aber ich liebe es, den Tonarm eines Plattenspielers zu führen und die Nadel sachte auf das sich mit dreiunddreissig Touren drehende Vinyl aufzusetzen. Das gleiche gilt auch für den CD-Silberling; Fach auf, Cd rein und Play-Knopf drücken. Mensch, was willst du mehr.
Ich hörte mich also durch den Stapel Musik und freute mich darüber, wie viel gute Musik es nachwievor gibt. Am Ende entschied ich mich für die neuen Alben von Riley Walker, Cass McCombs und eine limitierte Neuauflage von „Stripped“ von den Stones (ja doch, diese Band kannte ich schon……) aus dem Jahre 95. Woody bedachte meine Auswahl mit einem schüchternen Lächeln und meinte “ nöd schlecht….“. Manchmal reichen zwei Worte. Einfach schön, dass es Läden wie den Jamarico noch gibt.

Musikgeschichten Nr. 8

Angefangen hat alles vor ein paar Monaten, als ich von einem Bekannten einen Thorens Plattenspieler und einen NAD Receiver zu einem äusserst schmeichelhaften Preis kaufen konnte. Dieser Umstand führte dazu, dass ich neuerdings einen Grossteil meiner freien Zeit zu Hause vor der Stereoanlage verbringe und mich durch meine Musiksammlung höre.
Was genau geschehen ist?
Nun, bereits sei geraumer Zeit bin ich mit dem Klang meiner Lautsprecher nicht mehr zufrieden. Erschwerend kommt dazu, dass die Akustik in unserem Wohnzimmer etwas heikel ist. Ich entschloss mich deshalb, mit diesem Anliegen den Fachmann um Rat zu fragen.
Also stattete ich meinem bevorzugten Händler auf diesem Gebiet, Radio/TV Zimmermann in Zug, einen Besuch ab und schilderte dem Verkäufer mein Problem. Zufälligerweise waren genau am selben Tag eine Reihe neue Revox-Lautsprecher im Laden eingetroffen und der Verkäufer fragte, ob ich Zeit hätte und einen Hörvergleich mit den verschiedenen Modellen machen wolle. Na klar, wollte ich! Tjah, sie klangen allesamt verdammt gut, die Dinger……. Wie das wohl bei mir zu Hause tönen würde? Der Verkäufer machte den Vorschlag, ich solle zwei Modelle aussuchen und diese über das Wochenende zu Hause ausprobieren. So kam es, dass ich Radio/TV Zimmermann mit zwei Revox-Boxen im Gepäck verliess.
Beim Testen im heimischen Wohnzimmer staunte ich abermals; die Boxen machten sich super und eröffneten mir ein völlig neues Klangerlebnis – ich war hin und weg.
Hin und weg war dann auch meine Freundin, als ich ihr den Preis nannte und es brauchte einige schlagende Argumente und mehrere hohe Trumpfkarten, bis wir uns einig waren.
Doch das Hörvergnügen ist unterdessen für beide so gross, dass wir froh sind, uns für den Kauf der Revox Lautsprecher (Modell: Column ) entschieden zu haben. Ich nehme mir derweil wieder mit Freude Zeit, setze mich gemütlich hin und gönne mir in aller Ruhe eine Lp- oder CD-Länge Musikgenuss. Momentan habe ich gerade eine Singer/Songwriter-Phase und bin auf einige neue Interpreten gestossen, aber davon ein andermal.
Und die Moral von der Geschicht?
Radio/TV Zimmermann ist cool, sich Zeit nehmen ist cool und Musik aus gutklingenden Boxen zu hören ist cool.
Probiert es aus.