Musikgeschichten Nr. 18: Das orange Heftchen

Die jungen Schüler bekommen von mir jeweils ein kleines, oranges Heftchen, in das sie ihre Hausaufgaben notieren können.
Die einen tun dies mit akribischer Schönschrift, die anderen wiederum krakeln die Seiten mit ungelenken Grossbuchstaben voll.
Bei einem der Schüler, er ist 9 Jahre alt, dauert es regelmässig etwas länger bis er alles notiert hat.
Mit allem was ich ihm aufgebe, nimmt er sich viel Zeit und gibt sich grosse Mühe, alles schön und ordentlich in Schnüerlischrift aufzuschreiben. Erst das Datum, dann die Aufgaben und eine kleine Zeichnung, dann radieren, neue Zeichnung und so weiter und so fort.
Letzthin ist er dazu übergegangen, das Heft immer von der ersten Seite an durchzublättern, bis er beim aktuellen Eintrag landet. Dabei entdeckt er laufend Titel von Stücken älteren Datums, die er mir freudig vorliest und sich darüber erstaunt zeigt, was er schon alles geübt habe.
Ich habe ihn darauf hingewiesen, dass er unterdessen fast die Hälfte der Lektion mit seinem Aufgabenheftchen beschäftigt sei, was ihn jedoch überhaupt nicht zu stören scheint. Im Gegenteil. Seine neueste Angewohnheit ist es, so klein wie möglich zu schreiben, so könne er Platz sparen und brauche noch lange kein neues Heft!
Unterdessen lasse ich ihn Ruhe blättern, schreiben, radieren und zeichnen und erfreue mich an den wenigen Minuten des gemeinsamen musizierens, die uns jeweils bleibt.
Und so gelange ich nach und nach in einen Zustand tiefer Entspannung, wenn der Junge zum Ende der Stunde seine sieben Sachen zusammenpackt und sich bis zur nächsten Woche verabschiedet. 🙂

Gitarre und Schokolade

Doch, doch, das geht prima!
Denken wir nur an unsere fünf Sinne.
So wie ich gerne den schönen Klängen des Gitarrenspiels lausche, so geniess ich’s, feine Schokolade zu schmecken.
Während der letzten Jahre hat mich nicht nur die Welt des Klanges immer mehr fasziniert, auch der Geschmack von hausgemachter Schokolade hat es mir angetan.
Angefangen hat das mit einem Besuch im Geschäft von Chocolatier Fabian Rimann. Die feinen Schoko-Kreationen begeisterten mich vom ersten Moment an, und nach und nach erhielt ich Einblick in die Handwerkskunst der Schokoladenherstellung. Und da sind wir bereits bei einer Gemeinsamkeit. So wie auch das Gitarrespielen eine Handwerkskunst ist, spielt ein geübtes Handwerk bei der Schokoladenherstellung eine wesentliche Rolle.
Seither begleiten mich die raffinierten Kreationen aus Kakkaobohnen täglich, frei nach dem Motto „Es geht auch ein Tag ohne Schokolade, aber das macht keinen Sinn“.
Da sitze ich nun jeweils in der Mittagspause in meinem Musikzimmer, höre Musik ab Vinyl und geniesse die einzigartigen Aromakombinationen feinster Schokolade.
Was für ein Genuss!
Und somit gilt: Musik und Schokolade, das passt prima.
Ein Hoch auf die Handwerkskunst!

www.fabianrimann.com

Musikgeschichten Nr.17: Der Spielverderber

An jedem Konzert gibt es diese besonderen Momente.
Üblicherweise geschehen sie auf der Bühne und sind eher selten in den Sitzreihen des Publikums anzutreffen. Vor allem bei Jazz Konzerten.
Nun, wie hinlänglich bekannt, bestimmt die Ausnahme die Regel.
Es war an einem Konzertabend in einem kleinen Kellertheater, auf der Bühne spielte eine bekannte Jazzband aus den USA. Ich hatte nach langer Zeit wieder einmal Lust, mir ein Konzert anzuhören und mir einen schönen Platz in einer der vorderen Reihen reservieren lassen.
Neben mir nahm ein Herr platz, eher konservativ gewandet, auf den ersten Blick ein strengeres Äusseres, vermutlich im gleichen Alter wie ich. Auf meine Begrüssung hin reagierte er mit einem kurzen Nicken, sagte jedoch kein Wort.
Das Konzert begann und die Stimmung unter den Anwesenden stieg von Stück zu Stück. Nicht nur die Musiker hatten sichtlich Freude am Geschehen, auch das Publikum liess sich mitreissen.
Bis auf den Herrn der neben mir sass.
Während die Mehrheit der Zuhörer nach Ende eines Stückes kräftig applaudierte, beliess er es bei einem trockenen, kurzen Händeklatschen, etwa so, wie das Geräusch eines abbrechenden Bleistiftspitzes klingt.
In der Pause ging ich an die Bar und bestellte ein Getränk. Ich entdeckte meinen Sitznachbar in einer Ecke des Gastraumes, wo er allein und mit ernstem Ausdruck an seinem Glas nuckelte.
Als der Gong erklang, begaben wir uns wieder auf unsere Plätze und der zweite Teil des Konzertes begann.
Erneut war die Stimmung prächtig und ich lächelte mehrmals meinem Sitznachbar zu, in der Hoffnung, ihn mit guter Laune vielleicht etwas aus der Reserve zu locken.
Die Reaktion war ernüchternd, mit steinerner Mine fixierte er das Geschehen auf der Bühne und würdigte mich keines Blickes.
Unterdessen war die Atmosphäre im Publikum so ausgelassen, dass ich zwischen den Stücken strahlte wie ein Maienkäfer.
Irgendwann gegen Ende des Konzertes muss es dann meinem Sitznachbar zu viel des Guten geworden sein. Er drehte seinen Kopf in meine Richtung, blickte mich empört an und sagte mit gepresster Stimme „Jazz ist im Fall nicht lustig!“, stand auf und verliess demonstrativ das Theater.
Perplex ab diesem Verhalten, dachte ich mir noch, was für ein Spielverderber, dann genoss ich in aller Ruhe den Rest des Konzertes.

Wohlklang Part VII

Dann kam der Tag an dem Ich „Mint“ entdeckte, ein Magazin, dass sich durch und durch der Vinyl Kultur verschrieben hatte.
Was ich an Mint vom ersten Moment an mochte, war die gelungene Mischung aus verschiedenen Themen. Da tauchten Rubriken über berühmte Plattenlabels auf, sorgfältig recherchierte Berichte über LP Klassiker, Besprechungen von Equipement. Nicht zu vergessen die ausführlichen Reviews von Neuerscheinungen.
Am meisten hat es mir jedoch die Rubrik „Equipment“ angetan. Auf jeweils mehreren Seiten werden da die verschiedensten Gerätschaften rund um das Thema HiFi und Vinyl vorgestellt; Plattenspieler, Verstärker jeglicher Couleur, Lautsprecher, Kopfhörer etc.etc. Unglaublich was sich da alles tummelt!
Spezielle Vorverstärker zur Entzerrung von Phono Signalen, MM oder MC Tonabnehmer für Plattenspieler (nur das schon eine Welt für sich), Gewichte zum beschweren von Lp auf dem Laufwerk und so weiter und so fort. Mannomann, was für ein Durcheinander an Gerätschaften!
Interessiert nahm ich das alles auf und ward mehr und mehr fasziniert von diesem Universum namens HiFi.
Unter all den Rezensionen viel mir ein Bericht über MM und Mc Tonabnehmer auf. Für das Abspielen von Platten gibt es zwei Tonabnehmer Systeme, das eine, MM, ist ein sogennanter Moving Magnet und funktioniert auf der Basis eines kleinen Magnetes, der sich, angeregt durch die Schwingungen der Nadel in der Schallplattenrille, hin und her bewegt.
Das andere System, MC, ist ein Moving-Coil Tonabnehmer und arbeitet mit einer elektrischen Spule, die sich bei der Wiedergabe einer Langspielplatte bewegt. So weit so gut, aber was sollte ich mir darunter nur vorstellen? Ich recherchierte im Internet darüber, aber ich wurde einfach nicht schlau dabei, es klang alles zu technisch für mich und ich konnte mir beim besten Willen nicht schlüssig vorstellen, wie sich das als Klang anfühlen sollte.
Etwas ratlos wandte ich mich an Rolf Sigrist, unterdessen ein liebgewordener Berater in Sachen Klangwelten. Aber Rolf winkte ab, mit Plattenspieler habe er schon längere Zeit abgeschlossen, zu unterschiedlich sei die Wiedergabe für ihn. Aber er könne mir sagen, dass all diese verschiedenen Tonabnehmer Systeme vor allem dazu da seien, den Hörer und Käufer zu weiteren Ausgaben zu bewegen.
Das brachte mich auch nicht wirklich weiter.
Eine etwas genauere Auskunft bekam ich dann von Martin Pabst, seines Zeichens Inhaber von Radio Pabst in Muri, einem alteingesessenen Fachgeschäft für Audio und Video in Muri. Einfach ausgedrückt, erklärte er mir, sei das MC System um einiges empfindlicher als MM und aus diesem Grunde die Wiedergabe wiederum viel Detailreicher, was sich vor allem in der Auflösung der verschiedenen Instrumente bemerkbar mache. Nun gut, das klang schon etwas verständlicher für mich. Ob er denn einen Vergleich im Geschäft zum anhören habe, fragte ich ihn. Ja, er hatte. Ich bekam also erstmals die Gelegenheit, einen MM und einen MC Tonabnehmer im direkten Vergleich zu hören.
Der Unterschied war frappant: während mein Gehör beim MM wie gewohnt reagierte – ich hatte bis anhin nie etwas anderes gehört – war ich beim abspielen mit MC zuerst etwas verwirrt. Es klang alles irgendwie ungewohnt, weniger kompakt. Erst nach einer Weile gewöhnte sich mein Hörempfinden an diese Klangwelt und ich realisierte, um wieviel nuancierter ich die Instrumente im Klangbild wahrnahm. Es war faszinierend, aber auch leicht verwirrend. Empfand ich das wirklich als angenehmer? Wollte ich so ungewohnt Musik hören? Auf diese Fragen gab und gibt es keine schlüssige Antwort. Es sind einfach zwei zu verschiedene Klangerlebnisse. Die einen schwören auf MC als das ultimative Musikerlebnis, die anderen preisen MM als erstens günstigere und zweitens angenehmere System an.
Da war ich also wieder an diesem Punkt angekommen: Geduld haben und dann auf das Bauchgefühl vertrauen.
Heute bin ich ein klarer Freund von MC Systemen, nenne einen japanisches Hana ML Tonabnehmer mein eigen und geniesse jeden Moment des Plattenhörens in vollen Zügen, ohne jedoch ein MM schlecht zu reden.
Und was ich auch bekommen habe, ist die Erkenntnis, dass bei einer analogen Equipment-Kette (sprich Stereo Anlage) viel mehr individualisiert werden kann, als beim digitalen Hörgenuss. Das macht das Ganze nicht einfacher, aber unendlich spannend und erbauend.
Aber wie gesagt, es bedingt Geduld, Nerven und hie und da auch die eine unangenehme Überraschung.

Wohlklang Part VI

Nach ein paar Wochen begann mich vermehrt ein Übergewicht im Bass-Bereich zu stören. Das Klangpanorama war irgendwie nicht wirklich ausbalanciert. Vor allem gewisse Bass Frequenzen wummerten unangenehm. Einerseits konnte das an der Raumakkustik liegen – mein Wohnzimmer hat einen Steinboden und ist recht gross – andererseits hat auch die Position der Lautsprecher einen Einfluss auf das Verhalten des Basstons. Ich probierte die verschiedensten Stellungen der Boxen aus, aber nichts brachte eine merkliche Verbesserung an den Tag.
Ich hatte schlicht und einfach zu viel Bass im Raum.
Als letzten Versuch zügelte ich die ganze Anlage mit Ach und Krach in ein kleineres Zimmer. Und tatsächlich, in diesem Raum verhielten sich die Lautsprecher deutlich anders! Der Bassbereich war nach wie vor etwas dominat, jedoch in einem erträglichen Masse. Ich organisierte zusätzlich einen Equalizer und mit dessen Anpassungen bekam ich die Unannehmlichkeiten endlich in den Griff.
Allerdings brauchten meine Ohren einige Tage, um sich an die neuen Klangverhältnisse zu gewöhnen. Und wieder war ich erstaunt, wie empfindlich unsere Ohren auf akustische Veränderungen jeglicher Art reagieren. Überhaupt hat sich mein Hörempfinden stetig gewandelt, seit ich mich intensiver mit HiFi auseinander zu setzen begann. Nicht immer ist es leicht, ein gesundes Gleichgewicht auf dem schmalen Grat des Hörempfindens zu wahren. Zu gross ist die Gefahr, auf dem schmalen Grat auf die falsche Seite zu gelangen und sich dadurch auf analytisches Hören zu verlegen, was dem eigentlichen Hörgenuss einiges an Spass und Freude nimmt. Die Suche nach dem sogenannt „perfekten“ Klang führt nicht selten dazu, dass vergessen zu drohen geht, um was es beim Musikhören eigentlich gehen sollte; nämlich Spass zu haben, sich zu entspannen und zu geniessen. Und genau in solchen Momenten rufe ich mir die Worte von Rolf Sigrist in Erinnerung, die er als Frage bei einer unserer ersten Begegnungen an mich richtete: Willst du Musik hören oder lieber viel Geld ausgeben?

Wohlklang Part V

Es dauerte nicht lange und meine Geduld wurde auf die Probe gestellt.
Mein Thorens Plattenspieler, gefühlte dreihundert Jahre alt, gab nämlich den Geist auf. Und zwar ganz langsam. Das Stereobild verblasste immer mehr, und als ich schlussendlich nur noch Mono zu hören glaubte, ging ich der Sache auf den Grund.
Diesmal brachte ich mein Gerät nicht zu Rolf Sigrist, der hat es nicht so mit Plattenspielern, sondern fuhr nach Zürich zu Audio Vinyl, ebenfalls eine interessante Adresse für HiFi Liebhaber.
Doch auch dort riet man mir von einer Reparatur ab und machte mir den neuen ProJect X2 schmackhaft, ein toller Plattenspieler dieser Marke aus Österreich. Nach einigem hin und her entschied ich mich für den Kauf.
Doch neues Ungemach erschien am Horizont! Kaum hatte ich den Plattenspieler zu Hause angeschlossen, stellte ich fest, dass nur ein Kanal spielte. Also wieder alles ins Auto gepackt, erneut nach Zürich gefahren und im Geschäft die Sachlage erklärt. Dann grosses Rätselraten was der Grund des Problems sein könnte, schlussendlich Tonarm auseinandergenommen, sämtliche Lötstellen kontrolliert und siehe da: ein klitzekleines Kabelchen, dünn wie ein Haar, war nicht sauber verdrahtet. Ich hab die ganze Bagage wieder nach Hause transportiert und erneut installiert. Diesmal mit Erfolg, das klang doch schon ganz ordentlich, was da aus den Lautsprechern perlte. Meine Anlage setzte sich nun aus einem neuen Röhrenverstärker, dem ProJect X2 Phono, einem Phono Vorverstärker unbekannter Marke, den ESS Hail Monitor Lautsprechern und für die Abendstunden der Sennheiser Kopfhörer samt eigenem Kopfhörer Verstärker. Ich war erstmal reichlich zufrieden.

ProJect X2 Phono

Wohlklang Part IV

Eines Abends, ich sass gerade gemütlich zu Hause und hörte Musik, gab es plötzlich einen lauten Knall. Ich erschrak dermassen, dass ich erstmal gar nicht realisierte was eigentlich geschehen war. Erst als ich sah, dass aus der Stereoanlage Rauch aufstieg, wurde mir klar, dass soeben eine Röhre meines antiken Röhrenverstärkers buchstäblich explodiert war.
Da sass ich nun, ohne Verstärker und ohne Musik.
Auf anraten eines Freundes kontaktierte ich einen Fachmann in Weggis, der sich auf Röhrengeräte spezialisiert hatte. Er besah sich den Schaden und meinte achselzuckend, das sei es dann wohl gewesen mit dem Verstärker, das lasse sich nicht mehr reparieren. Auf meine Frage hin, wieso denn eine Röhre explodieren könne, erklärte er mir, dass sich auf Grund des Alters über die Jahre Staub und Feuchtigkeit wie ein Belag über die Glashülle der Röhre gelegt habe, und somit die Hitze nicht mehr genügend abgegeben werden konnte und dann mache es dann irgendwann eben Bumm!
Aber er hätte da per Zufall (!) ein schönes Ersatzgerät, das prima zu meiner Anlage passen würde und auch noch zu einem vernünftigen Preis. So kam ich zu einem neuen Röhrenamp und zur Bekanntschaft mit Rolf Sigist Sound Design.
Die kleine Firma hat ihren Sitz unterdessen nach Merenschwand verlegt, wo sie nach wie vor hochwärtige Lautsprecher (Fullrange und Mehrweg) und Röhrenverstärker baut.
Da ich öfters bei Rolf Sigrist zu Besuch war, wuchs nach und nach mein Verständnis über die verschiedenen Komponenten einer HiFi Anlage. Und ich wurde Zeuge, wie unheimlich viel Geld teilweise in der Audiophilen Szene ausgegeben wird.
Ich bin Rolf Sigrist äusserst dankbar, dass er mir von Anfang an vermittelt hat, dass guter Klang nicht unbedingt mit viel Geld erreicht wird, vielmehr mit einer sorgfältigen Abstimmung der diversen Komponenten aufeinander, was wiederum Geduld bedinge, genau dies aber vielen Leuten fehle und deshalb mit teuren Gerätschaften kompensiert werde. Eine für mich sehr interessante Einschätzung.
Also übte ich mich vortan in Geduld.

Röhrenvollverstärker Naphon von Rolf Sigrist Sound Design

Wohlklang Part III

Um am Abend Musik in einer vernünftigen Lautstärke zu hören, ist der Kopfhörer ein unerlässliches Relikt, zumindest wenn der Familienfrieden gewahrt sein will.
Es war bei einem Besuch eines HiFi Geschäfts, als mir eine ganze Reihe ausgestellter Kopfhörer auffiel.
Da hingen nun also, schön aufgereiht, Kopfhörer in den verschiedensten Preisklassen an einer Ausstellungswand. Mein Augenmerk fiel auf ein bestimmtes Modell von Sennheiser, bei dem ich mir nicht sicher war, ob der angeschriebene Preis wirklich stimmen konnte. Ich fragte den Verkäufer, was denn so besonders an diesem Kpfhörer sei. Er meinte, so eine „Bühne“ hätte ich wahrscheinlich noch nie gehört. „Bühne?“, fragte ich. Er erklärte mir, dass ein breites Stereobild, also wenn man beim Hören das Gefühl bekommt, man sehe und höre alle Instrumente schön verteilt in einem Raum, als „Bühne“ bezeichnet werde. Das war das erste Mal, dass ich mit diesem Begriff in Kontakt kam, ein Begriff der mir über die Jahre zum festen Begleiter beim optimieren meiner Anlage wurde.
Jedenfalls wollte ich nun die „Bühne“ auch mal hören und liess mir diesen Kopfhörer anschliessen. Und tatsächlich, da war sie, die vielgenannte Bühne! Jedes Instrument an seinem Platz, ein Stereobild wie im Bilderbuch. Sogar die Tiefe des Raumes glaubte man zu hören. Schlicht ein Genuss!
Obwohl ich beeindruckt war, war ich nicht gewillt, so viel für einen Kopfhörer auszugeben. Das erwähnte ich auch gegenüber dem Verkäufer. Er meinte, da könne man durchaus noch über den Preis diskutieren, das sei nämlich ein Ausstellungsmodell, und nannte mir einen erstaunlichen Rabatt. Nach kurzer Rücksprache mit mir selbst entschied ich mich, mir dieses Prachtstück zu schenken. Und so ist mir seit diesem Tag der Sennheiser HD 800 S ein treuer Freund und Begleiter in vielen Abendstunden geworden.

Sennheiser HD 800 S

Wohlklang Part II

Es geschah vor einigen Jahren, als ich unter güstigen Umständen zu einem Thorens Plattenspieler kam, was wiederum dazu führte, dass ich meine Plattensammlung reaktivierte. Im Zuge dessen fiel der Entschluss, mich nach einem neuen Paar Lautsprecher umzusehen.
Der Zufall verwies mich auf ein HiFi Geschäft am Stadtrand von Zug. Die hatten dort eine handvoll schöne Boxen im Angebot. Der Verkäufer hatte gerade etwas Zeit und war sichtlich gut gelaunt, jedenfalls konnte ich das gesamte Lautsprechersortiment in aller Ruhe durchhören. Er riet mir, mich gänzlich auf mein Gehör zu verlassen, unabhängig der jeweiligen Preisklasse der Boxen.
Und so kam es, dass ich aus einer finalen Auswahl von drei Lautsprecher-Paaren diejenige wählte, welche am wenigsten kostete. Dies jedoch nicht auf Grund des Preises, sondern weil mir der Klang am besten gefiel.
Heute stehen die Boxen zwar nicht mehr bei mir zu Hause, nichts desto trotz war das damals die richtige Entscheidung und gleichzeitig der Einstieg in die Welt des HiFi Wohlklangs.
Das Glück wollte es, dass ich auch im weiteren Verlauf meines HiFi Weges auf zuvorkommende und angenehme Kenner aus der Klangwelt traf, die mir mit Rat und Tat zur Seite standen und mit Geduld nach und nach die Welt des Wohlklangs näher brachten.

Wohlkang Part I

Wohlklang. Das Wort trägt die Quintessenz dessen, worüber ich schreibe, bereits in seinen Genen; Klang, der einem wohlgesinnt ist; der Musik lauschen und sich bei deren Klang wohlfühlen.
Das kann sowohl aktiv, beim Spielen eines Instrumentes, wie auch auch passiv, beim Anhören einer Aufnahme über eine gute Hi-Fi Anlage geschehen.
Ich selbst beschäftige mich seit geraumer Zeit mit dem Thema Wohlklang. Es ist mir wichtig, dass mein Instrument einen guten Klang erzeugt, sei es rein akustisch oder elektrisch verstärkt.
Am einfachsten ist es, das Instrument akustisch zu spielen, die Fehler-Quelle dessen, was einen Klang verfälscht, ist dabei am kleinsten. Vorausgesetzt, das Instrument ist gut verarbeitet.
Bei elektrischer Verstärkung kommen mehrere Aspekte dazu; was für einen Tonabnehmer benutze ich, über was für einen Verstärker spiele ich etc.etc. Meistens liegt da ein längerer Erfahrungsweg hinter einem, während dem man die verschiedenen Komponenten aufeinander abstimmt, ausprobiert, wieder verwirft, bis das Resultat als wohlklingend empfunden wird.
Des Weiteren ist es sehr individuell, was wir als wohlklingend empfinden. Jeder Mensch hört anders, hat abweichende Vostellungen, was einen guten Klang ausmacht. Wichtig ist, auf die innere Stimme zu hören; was gefällt mir, was empfinde ich als wohlklingend, oder was stört mich.
Es sind genau diese Aspekte, die Beachtung verdienen. Und man sollte mit Geduld gesegnet sein, denn wie schon angedeutet, es lauern viele Ablenkungen und ungünstige Beeiflussungen auf dem Weg zum Wohlklang.

Beispiel einer Hi-Fi Anlage die für Wohklang sorgt (steht zur Zeit im Sound am Albis)